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22.10.2015 - allgäu.tv

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»Musik gegen Traumata – Jugendliche Flüchtlinge musizieren für das Vergessen«

Martin Kern versucht es in Steinegaden mit einem musikpädagogischen Konzept

Es scheint alles so friedlich – Martin Kern, der Musiklehrer spielt Gitarre, die beiden Jungen aus Syrien zupfen eine Melodie auf dem KernKlangbrett. Jeden Mitwoch kommt Kern für 2 Stunden in die „Villa Rosa“ und arbeitet mit den „unbegleiteten minderjähringen Flüchtlingen“. Meistens machen Sie zusammen Musik, denn Musik kennt keine Sprache. „Mann kann mit der Musik doch sehr viel bewirken und das ist das Wichtige, denn die jungen Männer die da sind sind teilweise höchsttraumatisiert und haben Dinge erlebt, die man lieber gar nicht im Detail erzählt und mit Musik löst sich vieles. Über die Musik, über den Spaß, über das Lachen kommen dann auch ernste Dinge wie ein Beispiel eines Jungen der meinte, er sei heute so traurig, er könne heute nur ein trauriges Lied spielen und dann habe ich ihm ein trauriges Lied auf eine Spielvorlage für das KernKlangbrett geschrieben und er hat es ganz oft gespielt bis er dabei eigentlich immer froher und entspannter wurde und war am Ende ganz beglückt als er nach dem Unterricht wieder gegangen ist“, berichtet Martin Kern.
In dieser Runde darf der Musiklehrer noch viel Glück und Entspannung bringen bis diese Geschichten aufgearbeitet sind - wenn das überhaupt möglich ist, denn jeder Flüchtling bringt seine eigene Geschichte und sein eigenes Schicksal mit.

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